Rätsel des Unbewußten

Rätsel des Unbewußten

Podcast zur Psychoanalyse und Psychotherapie

Folge 52: Maschinendenken


Rätsel des Unbewußten

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Episodenbeschreibung:

»Abspeichern, löschen, umstrukturieren«, Redewendungen die man häufig hört, wenn es um Computer geht – oder aber um unser Gedächtnis. Unser aktuelles Menschenbild ist technizistisch geprägt, das »Maschinendenken« durchdringt unseren Alltag, oft genug auch unsere Vorstellung von Psychotherapie. In der Psychoanalyse gibt es eine spezifische Tradition, sich mit dieser Art des Selbstbezugs auseinanderzusetzen, vor allem in Zusammenhang mit psychosomatischen Erkrankungen. Bekannt ist etwa die sogenannte Alexithymie oder die »pensée opératoire«, das »operationale Denken«.

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Literaturempfehlungen:

  • Ahrens, S. Die instrumentelle Forschung am instrumentellen Objekt. Psy-che – Zeitschrift für Psychoanalyse, 42(3):225-241
  • Aisenstein, M. (2006) The indissociable unity of psyche and soma: A view from the Paris Psychosomatic School. Int J Psychoanal 87:667–80
  • Aisenstein, M. (2008). Beyond the Dualism of Psyche and Soma. Journal of The American Academy of Psychoanalysis and Dynamic Psychiatry, 36(1) 103–123
  • Aisenstein, M. (2019). Eine Einführung in das Denken von Michel Fain. Internationale Psychoanalyse, 14:287-309
  • Cremerius, J. (1977). Ist die „psychosomatische Struktur“ der französischen Schule krankheitsspezifisch? Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 31(4):293-317
  • Fuchs, T. (2008). Das Gehirn – ein Beziehungsorgan: Eine phänomenologisch-ökologische Konzeption. Stuttgart: Kohlhammer
  • Mitscherlich, A. (1965). Über die Behandlung psychosomatischer Krankheiten. Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 18(11):643-663
  • de M’Uzan, M. (1977). Zur Psychologie der psychosomatisch Kranken. Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 31(4):318-332
  • Nietzsche, F. (1999). Unzeitgemäße Betrachtungen. Kritische Studienausgabe, Band 1. Berlin, New York: Deutscher Taschenbuch Verlag de Gruyter
  • Overbeck, G. (1977). Das psychosomatische Symptom: Psychische Defizienzerscheinung oder generative Ichleistung? Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 31(4):333-354
  • Schneider, P.-B. (1973). Zum Verhältnis von Psychoanalyse und psychosomatischer Medizin . Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 27(1):21-49
  • Storck, T. (2017). »Als ich eins war …« Psychoanalytische Psychosomatik und Anderes verstehen. Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 71(2):95-122
  • Zepf, S. & Gattig, E. (1982). »Pensée opératoire« und die Todestrieb-Hypothese. Kritische Anmerkungen zum theoretischen Konzept der französischen psychosomatischen Schule. Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 36(2):123-138

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3 Kommentare zu „Folge 52: Maschinendenken“

  1. Antje Erencin

    Ist die alte Schreibweise “das Unbewußte” Absicht, oder sollte es “das Unbewusste” heißen? Entschuldigen Sie bitte, vielleicht eine doofe Frage, aber meine Augen bleiben jedes Mal daran hängen.

    Vielen Dank für diesen wunderbaren Podcast!

  2. Ein kleiner Spleen, für das schöne alte Scharfe s 😉
    Liebe Grüße und vielen Dank für die Rückmeldung!

  3. Wie – meiner Ansicht nach – wohl richtig bemerkt wurde, prägt dieses Menschenbild weite Teile des gesellschaftlichen Lebens (zumindest in den Industrienationen): Von ökonomischen “Modellen” des Menschen (die das Konsumverhalten steuern und überwachen (sollen)) über alle möglichen Mensch-Maschine-Systeme (von Radio, Fernsehen, Telefon und Computer über Autofahren bis zur industriellen Fertigung) heranreichend an “Verwaltungseinheit” resp. “Kostenstelle” Mensch oder den “Lungenkrebs” auf 207 im medizinischen System.
    Abweichungen, bzw. Inkompatibilitäten werden – im besten Falle – als “Fall” mit unterschiedlichsten Mitteln und Methoden behandelt und “auf Spur gebracht” oder bekriegt – so sie sich denn nicht “selbst richten” (womit der Bogen zur Psychosomatik geschlossen wäre). Diese allgemeine Verdinglichung des Menschen (i.w.S. der Natur) ist aber wohl die Voraussetzung für eine – gefühlte – Sicherheit (in Zeiten gelockerter Bindungen) im Zusammen-(oder Nebeneinanderher-)leben und ersetzt bzw. vervollständigt die sog. “soziale Kontrolle”.

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