Lives of the Unconscious

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Podcast on Psychoanalysis and Psychotherapy

Folge 37: Die Tragödie des Narzißmus


Rätsel des Unbewußten

Episoden-Beschreibung:

Narzißten polarisieren und spalten: sie wecken Bewunderung und Sympathie, zugleich Ablehnung, bis hin zu Häme und Verachtung. Es ist eine psychoanalytische Binsenweisheit, daß das, wie man sich nach außen hin gibt, nicht identisch mit dem ist, wie man sich innerlich fühlt. Der Spiegel des Narzißmus hat sogar die Eigenschaft, die Dinge geradewegs in ihr Gegenteil zu verwandeln. Darin liegt aber auch eine traurige Dynamik – die Tragödie des Narzißmus –, deren Kern wir in dieser Folge berühren.

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Literaturhinweise:

  • Freud, S. (1914/1999): Zur Einführung des Narzißmus. Gesammelte Werke, Band X, 137-170. Frankfurt am Main: Fischer
  • Grunberger, B. (1982). Vom Narzißmus zum Objekt. Berlin: Suhrkamp
  • Kernberg, O., Hartmann, H.P. (2010). Narzissmus: Grundlagen – Störungsbilder – Therapie. Stuttgart: Schattauer
  • Kohut, H. (1973). Überlegungen zum Narzißmus und zur narzißtischen Wut. Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 27(6):513-554
  • Küchenhoff, J. (2004). »Zur Einführung des Narzißmus« – eine Relektüre. Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 58(2):150-169
  • Reich, W. (2006). Charakteranalyse. Bonn: Kiepenheuer & Witsch
  • Rosenfeld, H. (1971). Beitrag zur psychoanalytischen Theorie des Lebens- und Todestriebes aus klinischer Sicht: Eine Untersuchung der aggressi-ven Aspekte des Narzißmus. Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 25(6-7):476-492
  • Trimborn, W. (2003). Der Verrat am Selbst – Zur Gewalt narzißtischer Abwehr. Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 57(11):1033-1056
  • Trimborn, W. (2015). Zur Dynamik der Gewalt narzisstischer Bindungen. Jahrbuch der Psychoanalyse, 70:15-45

Internetquelle:

Oscar Wilde, Der Schüler

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1 thought on “Folge 37: Die Tragödie des Narzißmus”

  1. Klaus-Peter Baumgardt

    Der Narziss-Mythos, von dem der Narzissmus-Begriff abgeleitet wird, ist keine eigenständige Tragödie, sondern “nur” ein in ein Gesamtkunstwerk (die Metamorphoden des OVID) mehrfach verwobener Mythos, wobei das Gewebe mehr als die Summe der Fasern ist.

    Dass FREUD offenbar nie den OVID genannt hat, lag wohl nicht an seinem Nicht-Wissen, sondern an der narzisstischen Kränkung durch ein Werk, das das ganze “Panoptikum des Unbewussten und Geheimen”, von Lieben und Trieben, Entstehung und Entwicklung freimütig, dezidiert und systematisch, wenn auch teilweise verschlüsselt, ausgebreitet hatte.
    Unser Verhältnis zu den Klassikern spiegelt die zensierte Art, wie diese uns vermittelt worden sind. Unsere Beziehung zur Überlieferung erscheint wie gekappt, weil sich fast niemand mehr auf unsere kulturellen Quellen bezieht.

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