Lives of the Unconscious

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Podcast on Psychoanalysis and Psychotherapy

Folge 60: Neid. Verborgene Triebkraft menschlicher Beziehungen?


Rätsel des Unbewußten

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Episodenbeschreibung:

Neid kann überall dort entstehen, wo es Ungleichheit zwischen den Menschen gibt: in der Gesellschaft und Familien, zwischen Geschwistern, Geschlechtern, Generationen. »Neid ist die Steuer, die aller Unterschied bezahlen muß« (R.W. Emerson). Neid hat einen schlechten Ruf, ist mitunter tabuisiert, zugleich ein allgegenwärtiges Gefühl. Die Folge beschäftigt sich mit einem psychoanalytischen Verständnis von Neid und seinen Folgen für Gesellschaft und therapeutische Prozesse, etwa in der sogenannten negativen therapeutischen Reaktion. Neid ist aber nicht nur Zerstörer, sondern Triebkraft menschlicher Entwicklung.

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Literaturempfehlungen:

  • Beland, H.(1999). Neid: die systemsprengenden Phänomene. Journal für Psychologie, 7, 3–16.
  • Britton, R., Feldmann, M., Steiner, J. (1997). Groll und Rache in der ödipalen Situation. Tübingen: edition diskord.
  • Feldman, M. (2008). Envy and the negative theraputic reaction. In: Roth, P. &Lemma, A. (Hg.): Envy and Gratitude Revisited. London: Karnac.
  • Focke, I., Pioch, E., Schulze, S. (Hg, 2017). Neid: Zwischen Sehnsucht und Zerstörung. Stuttgart: Klett-Cotta.
  • Haubl, R. (2001). Neidisch sind immer nur die anderen. Über die Unfähigkeit, zufrieden zu sein. München: C.H. Beck.
  • Hering, W. (1999). Neid und Psychose. Psyche, 8, 742–771.
  • Joseph, B. (1986). Neid im Alltagsleben. In: Psychisches Gleichgewicht und psychische Veränderung. Stuttgart: Klett Cotta, 268–284.
  • Klein, M. (1957). Neid und Dankbarkeit. Psyche, 11, 241–255.
  • Riviere, J. (1996/1936). Beitrag zur Analyse der negativen therapeutischen Reaktion. Ausgewählte Schriften. Tübingen: edition diskord, 138–158.
  • Schoeck, H. (1980). Der Neid. Die Urgeschichte des Bösen. München/Wien: Herbig.
  • Steiner, J. (2014). Wiederholungszwang, Neid und Todestrieb. In: Seelische Rückzugsorte verlassen. Stuttgart: Klett-Cotta, 33–52.
  • Young, E. (2000). The Role of Envy in Psychic Grwoth. Fort Da, 6, 57—68.
  • Weiß, H. (2008). Groll, Scham und Zorn. Überlegungen zur Differenzierung narzißtischer Zustände. Psyche, 62, 866–886.

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3 thoughts on “Folge 60: Neid. Verborgene Triebkraft menschlicher Beziehungen?”

  1. Da die erlebte Ungleichheit in menschlichen Beziehungen augenscheinlich der Urgrund für Neidgefühle is(s)t, ist dieser wohl – sofern nicht Gewalt, Verblendung (positiv gewendet: Liebe) oder Resignation dem entgegenstehen – ein – wenn nicht das – Grundempfinden (man denke nur an die Ungleichheit zwischen Eltern und Kindern oder Männern und Frauen) der Menschen untereinander.

  2. Michael Kleesadl

    Ja, es kann alles entwertet (entidealisiert) werden, um es nicht mehr neidvoll wollen zu müssen.
    Es muss aber gegenpolig auch idealisiert werden, um etwas zu wollen, anzustreben.
    Eine in unserer Gesellschaft idealisierte Führungs-Status-Position bewusst zu entwerten und folglich dies in den Werten zu verinnerlichen, sehe ich nicht als etwas Schlechtes

  3. Schöne Beispiele der Bewältigung der angeführten Neidreaktionen (“Weltvernichter” z.B.) illustriert vielleicht der – m.E. – sehenswerte Kubrick-Film “Dr. Strangelove or how I stopped worrying and love the bomb.”, der im kalten Krieg spielt (in welchem ja im Grunde wahrscheinlich nicht zuletzt Neidproblematiken (gepaart mit Kastrationsängsten) keine geringe Rolle spielten – im Film von General Ripper in Reinform dargestellt – (sozusagen: der Penisneid auf der Bühne der Weltgeschichte) – so jedenfalls meine bescheidene (psychotische) Sichtweise).

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